STATEN ISLAND – 1st Borough

hier ist der Start und die erste grosse Challenge – die Verrazano Bridge …..
aber, erstmal hin kommen …. je nachdem wo Dein Hotel ist, mach Dich rechtzeitig auf den Weg zur Staten Island Ferry – Linie 1, R und W fahren dahin, diese Linien werden am Race Day ziemlich voll sein – 55 Tausend Läufer wollen zum gleichen Ziel …. das Erlebnis und die View sind unbeschreiblich …. denk dran, es könnte auf der Fähre ziemlich windig sein …. generell solltest Du für den Start Bereich etwas zum warm halten dabei haben, es stehen dort überall grossen Container rum, denn diese Sachen werden für Charity Zwecke eingesammelt und von den NYRR verteilt. –> also was mitnehmen, das du auch weggeben magst ….

Der Starbereich ist ziemlich voll und energiegeladen …. es gibt Musik, Daueransagen, Pee-Potties (die auch meist gut besucht sind) … aber wenig Sitzgelegenheiten (ausser dem Boden) und Unterstand ist auch keiner da … wenn es also windig, regnerisch ist, oder sogar schneit (dann wird der M vermutlich eh abgesagt) dann kann es schon etwas ungemütlich werden … wenn du noch irgendwo ne Finisher Folie hast, nimm die mit und auch was zum drauf setzten …. da gibts so Schaumstoff Unterlagen … sonst kühlst du schnell aus, denn die Zeit bis zum Start zieht sich ….
Den offiziellen Start des Marathon kannst Du nicht überhören, da werden Böller abgeschossen (übrigens auch für jede Startgruppe / Coral), dann weisst Du, dass die Pros auf dem Weg sind……
Wenn Deine Coral (Startgruppe) aufgerufen wird – das passiert in 5 Sprachen – mach dich auf den Weg zum Start … es werden Tausende sein, die gleiches tun, also erwarte nicht, dass Du vorne an der Startline stehen wirst … das macht aber nix, denn auch im Startblock ist dauer Entertainment und wenn Du dann zu Frank Sinatras New York New York endlich über die Startlinie gehst, hast Du schon mindestens 2x Gänsehaut gehabt 😉

Wer zu den schnelleren Läufern gehört, wird vermutlich den oberen Teil der Brücke laufen …. Kamera sollte unbedingt dabei sein, denn der Blick von der Verrazano Bridge auf Manhattan ist umwerfend, und so nicht wieder zu bekommen (ausser man läuft den Marathon nochmal) …. die Brücke hat eine 4% Steigung, starte also nicht zu schnell …
Am Ende der Brücke bist Du dann in Brooklyn …. 
BROOKLYN – 2nd Borough

den Start haben wir hinter uns .. die erste Gänsehaut ist verflogen …. jetzt sind wir auf der Strecke …… langsam den Puls runterfahren und Kräfte sparen …..
Mitten auf der Verrazano Bridge hast Du schon Brooklyn erreicht! Die nächsten 12 Meilen führen durch den – neben Manhattan – grössten Stadtteil von NY. Brooklyn ist nicht Manhatten und nicht wirklich New York, sondern eben Brooklyn. Darauf sind die Bewohner stolz und legen grossen Wert darauf!
Sobald Du die Brücke verlassen hast folgt eine leicht ansteigende breite Strasse, der Belt Parkway – wir würden das eine Autobahn nennen …. da ist noch nicht soviel Publikum, es ist eher ruhig und hier entledigen sich viele Läufer erst der „überflüssigen Kleidung” … man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht in einen anderen Läufer hineinläuft;
Noch sind die Corals (unten farblich markiert) getrennt ……
Sobald man die Brücke und den Parkway geschafft hat, läuft man durch nette Wohngegenden und bei schönem Wetter sind Zuschauer draussen und feuern an …. insgesamt ist das ein eher „beschaulicher Teil” der Strecke, aber nach dem aufregenden Start und den ersten Eindrücken (auch von der Brücke) ist das ganz gut, um den Rhythmus zu finden. Dyker Heights heisst dieser Teil von Brooklyn, und gehört zu den „italienisch” geprägten Stadtteilen. Meile 2 – 4 führt durch diese anschauliche Wohngegend.
Ab Meile 4 geht es auf dann auf die 4th Ave … 4 Meilen bis zur 8. Meile geht es diese 6 spurige Strasse entlang, teilweise leicht ansteigend (aber wirklich ganz leicht). Hier bekommst Du den ersten Flash, was das Publikum in NY zu bieten hat ….
Bands spielen, Kinder holen sich ein „High 5″ .. eine Hammer Stimmung …. dann bei Mile 8 „the merge of the Corals” … hier kommen zum ersten mal alle Läufer zusammen und ab hier laufen tatsächlich alle dieselbe Strecke! Davor sind die schnelleren Läufer von den „Schnecken” getrennt, damit die sich nicht gegenseitig nerven. Da ist es meist nochmal etwas hektisch und man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht in eines der Trenngitter stolpert, aber alles ist perfekt gesichert und es passiert so gut wie nichts. An der Stelle stehen immer viele Zuschauer und es ist eine Riesen Stimmung.
Der Kurs geht jetzt östlich auf die Lafayette Ave … auch hier ist ein riesen Remmidemmi und im Gegensatz zu der doch etwas eintönigen 4th Ave sind hier viele Geschäfte, Bars, etc. Menschen sitzen in ihren Fenstern oder auf dem Balkon und feuern an was geht.
Etwas mehr als 1 Meile geht es die Lafayette Ave lang, die gegen Ende etwas ansteigt. Dann, bei km 15 (teilweise sind die KM gekennzeichnet, wie 5, 10, 15, 20 …) geht es – immer noch Brooklyn – nach Williamsburg. Williamsburg ist das Viertel der orthodoxen Juden. Hier geht die Strecke durch ein sehr ruhiges Wohngebiet, vorbei an der Synagoge … allgemein ist es eher ruhig, hin und wieder sieht man orthodoxe Familien auf dem Heimweg, die Kids feuern teilweise verstohlen die Läufer an, denn die „Orthodoxen” lehnen den Marathon zu tiefst ab. Trotzdem ein echt toller Abschnitt und was mir hier zum ersten mal richtig aufgefallen ist, es riecht völlig anders ….. Gewürze, die Art Speisen zuzubereiten etc, alles das vermischt sich zu einem ganz eigene Geruch und einer besonderes Stimmung.
2 Meilen später – bei Mile 12 – wird es aber wieder laut … Nassau Ave … es geht jetzt in das Viertel Greenpoint und straight auf die 13 Mile Marke = Halbzeit! Kurz danach wieder eine kleine Brücke – die Pulaski Bridge. Von hier hat man nochmal eine sensationelle Sicht auf Manhatten!! Mit dem Überqueren der Brücke verlassen wir Brooklyn und kommen nach Queens ….
QUEENS – 3rd Brough
nächste Station auf den 26.2 Miles …… zuletzt haben wir die Pulaski Bridge überquert und damit Brooklyn verlassen. Auf der Brücke nochmal den phänomenalen Blick auf Manhattan geniessen (evtl kurz ein Foto machen!) und dann gehts nach QUEENS …..
Queens ist der flächenmässig grösste Stadtteil von NY; hierzu gehört auch Long Island … ursprünglich war das eine englische Kolonie (daher auch der Name … zu Ehren der engl. Königin). Queens ist ein total gemischter Stadtteil, besonders bekannt dürfte Flushing Meadows als Park bzw. Tennis Anlage sein.
Wir laufen weiter …. etwas mehr als 1 Meile geht es jetzt den Vernon Blvd. hinauf. Auch hier ein Riesen Remmidemmi … es ist laut .. Bands, viele Menschen …. ein Riesen Spektakel!
Kurz vor Meile 15 wird es dann sehr ruhig! Wir laufen auf die Queensboro Bridge ….. die hat auch einen ziemlichen Anstieg und … es ist auf einmal total still .. keine Zuschauer mehr … die sind auf den Brücken nicht erlaubt … von der riesen Party ist auf einmal nichts mehr zu hören …. nicht zu unterschätzen ist der Anstieg der Brücke .. nicht ganz so stark wie die Verrazano mit ihren 4%, aber auch nicht sehr viel weniger und mit 15 Meilen in den Beinen spürt man das ganz ordentlich. Am besten Du legst im Training noch ein paar Bergläufe ein oder machst auf dem Laufband mal das Hill Programm ….
Das wars dann auch schon wieder mit Queens ….. wenn Du die Brück verlässt bist du zum ersten mal wieder in Manhattan.
Es liegen noch ein paar Highlights vor uns, aber eines ist ganz sicher die 1st Avenue ….. die hats richtig in sich! Hier ist wieder Stimmung und der Anblick ist atemberaubend. Allerdings kommen hier 2 Herausforderungen …. da ist zu einen der Wind der durch die Ave „fegt” – ja nach Wetter ist das ganz angenehm (wenn sehr warm) oder extrem kalt und schneidend, zum anderen läufst Du die ganze Zeit bergauf und siehst das auch …. die 1st steigt nämlich ganz ordentlich an und zieeeeeht sich (von der 59. – 125. Strasse)

….. hier komm ich zumindest immer mal an meine Grenze ….. da muss ich mich durchbeissen; zwar ist die Stimmung und das Publikum toll, ansonsten aber eher „langweilig”, denn man schaut die ganze Zeit “bergauf” … wer zu den schnellen Läufern gehört, sollte versuchen ein wenig Kraft zu sparen und die 1st nicht zu schnell durchziehen, denn es kommt noch ein richtig harter Abschnitt …….
Am Ende der 1st Ave sind nur noch 6.2 Meilen zu bewältigen … jetzt gehts ans „eingemachte” ….. ab hier geht es über die Willis Ave Bridge in
THE BRONX – 4th Borough
Ursprünglich führte der Kurs nur über die Brücke, um eine Laterne herum und wieder raus …. heute geht es 1 Meile durch die Bronx und es ist ziemlich cool …. Wieder total andere Stimmung – mehr Rap und “coolness” .. und es ist laut!! Stimmung überall …..
Mile 20 bis 21 führt durch die Bronx, ich bin da schon immer so platt, dass ich nicht mehr sehr viel wahrnehme ….. leider geht es auf dem ersten Teil in der Bronx auch nochmal etwas bergauf ……
Über die Madison Ave Bridge geht es nach 1 Meile wieder zurück nach Manhattan …..
MANHATTAN – 5th Borough
Ja … wir waren schon mal in Manhattan …. diesmal kommen wir von der Brücke runter und laufen direkt nach Harlem …… auf der Brücke ist es wieder sehr still, aber sobald wir von dieser runter sind und um die Ecke biegen, ist wieder eine mega Stimmung! Hier ist eine sehr laute Ecke und es stehen auch noch “spät” Zuschauer da. Ab hier ist auch jede Unterstüzung mehr als willkommen, denn die 21 Miles waren schon ziemlich herausfordernd.
Zunächst geht es in Harlem durch Wohngegend, dann aber läuft man durch den Mount Morris Park – ACHTUNG – das ist noch nicht der Central Park! Also mit der Schlusseuphorie noch etwas warten, es kommen noch ein paar Herausforderungen!
Nach der kleinen Schleife durch den Park geht es dann endlich auf die 5th Ave! Mile 22 ….. von der 116. bis zur 57. Strasse, entlang am Central Park, in den wir bei Mile 24 (ca. 86th Street, höhe Guggenheim Museum) hineinlaufen. Auch hier geht es wieder eine ganze Zeit bergauf! Was nach 24 Meilen ziemlich anstrengend ist. Eine mega Stimmung, aber die Kräfte lassen schon ziemlich nach und das Ziel ist noch ein Stück weg. Trotzdem ist dieser Teil der Strecke ein richtig schöner ….
Eine Meile geht es durch den Park ….. wir passieren die 40KM Marke und an der 57. Strasse verlassen wir den Park mit einer scharfen rechts Kurve … jetzt laufen wir direkt auf das “Plaza” zu und die 59. Strasse (Central Park South) hoch ….. Noch ist es nicht die richtige Zeit für den Endspurt, denn es geht nochmal zurück in den Park und dann bis zum Ziel ist es nochmal ein guter Anstieg …. wer schonmal den Hamburg Marathon gelaufen ist, weiss wie gemein auch ein winziger Anstieg nach 41 KM ist und der hier in NY hat es echt in sich…. Trotzdem .. nochmal die riesen Stimmung mitnehmen und wenn wir dann auf die Zielgerade wieder in den Central Park einbiegen, ist es wirklich nicht mehr weit!
Wieder im Park passieren wir noch die 26 Mile Marke und jetzt ist es fast geschafft! Noch ein kurzer Anstieg und dann ist der NYC Marathon bewältigt! Die Stimmung auf dem letzten Metern ist unbeschreiblich und “crossing the finish line” nach 26.2 Miles und 5 Boroughs ist einfach das coolste ……
Post Race
Herzlichen Glückwunsch! You finished the biggest Marathon and conquered the 5 Boroughs of New York!
Nach dem Ziel ist nicht viel Zeit sich zu orientieren …. Es ist voll, laut und man wird durch die Absperrungen förmlich geschoben. Unbedingt den Race Poncho bestellen …es wird am Abend ziemlich kalt! Auch mit Friends & Family sollte man unbedingt einen fixen Spot ausmachen, sonst trifft man sich nie! Das Handy Netz ist so gut wie nicht verfügbar, Taxen sind nicht zu bekommen und auf die Rikschas hat man nach 42KM eher weniger Lust (ausserdem nehmen die nur Bargeld!). Den Park verlässt man auf der Höhe 72nd Street WEST! durch den Park kann man nicht queren, also muss man aussen rum, falls man irgendwo auf der East Side wohnt. Metro Card sollte man dabei haben, nach dem Rennen eine ziehen ist keine gute Idee. Wenn man es noch schafft, macht es Sinn zur 57th Street runter zu laufen, da fahren die N- Q – R Trains. Unbedingt auch das Gatorade aus dem Finisher Bag trinken! Auch wenn kein Durst, und der Bedarf an Gatorade gedeckt ist … glaubt mir, das ist eine gute Idee (mir hats schon mal das Licht ausgemacht …). Restaurants sind in der Regel auch alle voll, also vorher schon mal einen Tisch reservieren – falls man essen gehen will …. Ansonsten ist der MARATHON MONDAY eine einzige Show! Unbedingt die Medaille tragen! Die New Yorker sind stolz auf ihre Finisher! Am Tavern at the Green ist der Marathon Pavillon, wo man die Medaille graviert bekommt und das Finisher Shirt kaufen kann.
Sonstige Tipps
Der NY Marathon ist kein Bestzeiten Marathon! Dazu hat er zu viele Anstiege und ausserdem viel zu viel zu bieten! Musik, neue Eindrücke von Gegenden wo man als Tourist eher nicht hinkommt …… Kamera sollte dabei sein, fürs Handy ggfs ein Ersatzakku … Während des Laufes viel Trinken! Keine Station auslassen! Es gibt ab der 3. Meile an jeder Meile Wasser und Gatorade! Die Becher sind aus Pappe, damit man sie vorne etwas knicken kann, so kann man während dem Laufen besser trinken. Wenn es sehr warm ist, dann 2 Becher Wasser nehmen und sich 1 über den Kopf schütten. Meile 18 gibt es Power Gels und 20 – 23 auch Bananen. Was auch immer während der Strecke angeboten wird, besser nicht annehmen!
Bei den Water Stations gibt es auch “PeePooties”, meist muss man etwas warten. Auch Medical Stations sind ausreichend vorhanden.
Das Wetter kann von extrem kalt bis sehr warm und dämpfig sein. In den langen Avenues pfeift trotzdem der Wind und für die nicht so schnellen Läufer – es wird am Abend sehr kalt!
Allen Teilnehmern viel Spass, ein gutes Rennen und kommt gesund ins Ziel!!
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